Die anfänglich nur für den Personen- und Gepäckverkehr eingerichtete Haltestelle Neundorf erhielt 1875 eine Wartehalle an das bestehende Bahnmeisterhaus. Bald strebte der Ort auch den Güterverkehr an. Diesbezügliche Petitionen von 1874, 1882, 1883 und 1884 führten jedoch erst zehn Jahre später zum Erfolg. Mit der Errichtung von Ladegleisen und -anlagen wurde ab 01.08.1894 der Güterverkehr möglich. Vorher wurden die Perrons verlegt und verlängert und erhielten je zwei einflüglige Bahnhofsabschlusstelegrafen. 27.232 m3 Massenbewegungen waren notwendig, um die 19.963 m2 Planie und 13.675 m2 Steinbettung herzustellen, auf der die 820 m Nebengleis mit fünf Weichen, die Laderampe und die zwei Weichenstellerhäuschen entstanden. 220 m Hauptgleise wurden um 2,5 m seitlich verschoben und dabei um 1 m angehoben. Schließlich erhielten die Bahnsteige nochmals eine Vergrößerung um 794 m2.
1888 hatte Neundorf fast 13.000 Einwohner, 50.000 nutzten jährlich die Bahn. Als Plauener Vorort führte die Haltestelle ab 0105.1901 den Namen „Plauen Neundorf i.V.“, wurde am 01.05.1905 zum Bahnhof erhoben und trug ab 01.05.1908 den Namen Plauen West. Zugleich mit der Zulassung von Stückgut (1896) verbesserte man die Güterzufuhrstrasse. Im Mai 1900 gingen zwei neue Ladegleise in Betrieb, vier Jahre später eine weitere Ladestrasse mit 180 m Gleis. Ab 02.01.1908 erhielt Plauen West auch die Befugnis für den Eil- und Frachtstückgüterverkehr. Im gleichen Jahr eröffnete der Wirt seine Bahnhofsrestauration. Bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges wurden die Anlagen des Westbahnhofes auf neun Gleise mit zwei weiteren Ladestrassen erweitert, um den Güterverkehr auf dem oberen Bahnhof zu entlasten. Neben einem neuen Güterschuppen entstanden eine Reihe von Privatschuppen am nordwestlichen Bahnhofsrand. Am Ende der Zufuhrstrasse lagen zwei private Lagerplätze sowie das Stangenlager der Reichstelegrafen-Verwaltung. Neun Gleise, davon drei als Stumpfgleise, 14 Weichen und eine EKW kennzeichneten den Umfang der Bahnhofsanlagen. Die beiden Bahnsteige waren seitlich der durchgehenden Hauptgleise 1 und 2 angeordnet. Mit dem Rückbau des Richtungsgleises E-P wurde nur noch der Bahnsteig 2 genutzt. Neben dem 2 ½-geschossigen Empfangsgebäude mit Dienst- und Warteräumen sowie flachem Anbau gehörte der Freiabort, Kohlen- und Geräteschuppen sowie ein Wirtschaftsgebäude zu den Hochbauten.
Auf den Ladestrassen waren zwei private Kohlenhändler ansässig, doch in erster Linie dienten die Gleise dem Kohlenumschlag für die sowjetische Garnison. Der Kohlenhandel hatte sich bis Mitte der neunziger Jahre erhalten. Inzwischen (1998) degradierte man Plauen West zum unbesetzten Haltepunkt mit einem modernen Wartehäuschen aus Holz und Glas auf dem Bahnsteig. Sämtliche Nebengleise waren demontiert.